Gabriele Miller schreibt in den Losungen der Herrnhuter 2025: “Sich keinen Fehler gestatten, sich keinen Fehler verzeihen, ist weit schlimmer, als Fehler haben und mit Fehlern leben. Sich keinen Fehler gestatten, macht unbarmherzig und gestattet selbst Gott nicht die Freude, barmherzig zu sein.”
Fehler - bei diesem Wort denke ich automatisch an meine Schulzeit. Wie oft habe ich Fehler gemacht im Diktat, in der Rechenarbeit oder in irgendeinem Test. Aber diese Fehler sind wohl in den Gedanken von Gabriele Miller nicht gemeint. Wir sollten uns Fehler gestatten und sie uns verzeihen. Das ist gar nicht so einfach, aber wir sind Menschen und müssen mit Fehlern leben. Wenn ich zum Beispiel für eine liebe Freundin, die meine Hilfe braucht, keine Zeit habe, dann ist das ein schwerwiegender Fehler, der mir noch lange zu schaffen macht. Mit meinen Fehlern leben bedeutet doch, sie zu erkennen und daran zu arbeiten. Bei mir ist es die Ungeduld, die mir immer wieder zu schaffen macht. Ich versuche, geduldiger zu werden und bemühe mich, daran zu arbeiten und doch geht immer wieder mein Temperament und die Ungeduld mit mir durch.
Ich finde es tröstlich, wenn ich mir meine Fehler verzeihen darf und die Gewissheit habe, dass Gott barmherzig ist und sogar Freude daran hat, mir zu verzeihen. Und wenn es mir gelingt, mir meine Fehler zu verzeihen, dann kann ich auch andere Menschen mit ihren Fehlern annehmen.